Veranstaltungssaal: Planung nicht zufriedenstellend

Blick auf das Rathaus und das ehemalige Cafe Bachinger

Die Fassade des Rathauses soll erhalten bleiben. Beim derzeitigen Plan begrenzt das neue Stiegenhaus die Größe des Saales. Eine andere bauliche Lösung soll nach Vorstellung von VP-Fraktionsvorsitzenden GGR Thomas Lechner gefunden werden.

Mit der Vorstellung des Projekts "Bürger-Zentrum" am 12. März 2015 bekam neben der Öffentlichkeit auch die neue Gemeinderatsfraktion der Volkspartei Böheimkirchen erstmals Einblick in den Planungsstand. In Bezug auf die Veranstaltungsebene ist der Eindruck ernüchternd.

Besonderes Augenmerk richtet der mit dem Kulturressort der Marktgemeinde betraute geschäftsführende Gemeinderat Thomas Lechner auf die geplante oberste Ebene, welche für Veranstaltungen vorgesehen ist und neben einem Trauungssaal und einem Cateringbereich auch einen Festsaal beherbergt.

"Für mich ist die Lösung mit dem zu klein geratenen Saal absolut nicht zufriedenstellend", schildert Lechner. "Ein Saal, der bei aufgebauter Bühne und mit 'Theaterbestuhlung' gerade einmal 220 - 240 Personen  Platz bietet, entspricht nicht dem Bedarf, den ich für Böheimkirchen längerfristig sehe." Schon beim aktuellen Festsaal stieße man mit einem ähnlichen Fassungsvermögen an Grenzen. GGR Lechner erläutert:

"Immer wieder werden aus der Bevölkerung Wünsche über Kulturprogrammpunkte mit bestimmten Künstlerinnen und Künstlern - etwa aus dem Bereich der sogenannten Kleinkunst - oder Gruppen - z.B. aus dem A-Cappella-Genre - an die Kulturverantwortlichen in der Gemeinde herangetragen. Dass das im bisherigen Saal nicht möglich ist, hat zwei Hauptgründe:

Zum einen fehlen die Nebenräume. In diesen soll sich ein Künstler umkleiden und auf den Auftritt vorbereiten können. Für einen allfälligen Toilettenbesuch sollte man nicht durch das Publikum gehen und mit ihm gemeinsam in der Pause das WC aufsuchen müssen. Ohne diese Rahmenbedingungen lassen sich die Künstlerinnen und Künstler nicht buchen bzw. weden durch ihre Agenturen nicht vermittelt.

Zum anderen stellt das Fassungsvermögen eine enorme Hürde dar. Die mit derartigen Veranstaltungen verbundenen Kosten wären zu hoch, als dass sie mit vertretbaren Eintrittspreisen hereingespielt werden könnten. Daher nutzen Veranstalter den Saal in Böheimkirchen für derartige Programme nicht."

Eine großartige Verbesserung sieht GGR Lechner im Plan zum neuen Saal im geplanten Bürgerzentrum nicht:

"Man kann sich zumindest das Fehlen der Nebenräume im neuen Gebäude schönreden: Künstler können sich einen Stock tiefer - z.B. im Mütterberatungsraum - umziehen. Über den vordersten Eingang können sie vor ihrem Auftritt dann seitlich hinter einem eigens zu montierenden Vorhang zu Bühne huschen und in der Pause und am Ende ebenso wieder abtreten.

Für Laientruppen und Newcomer ist das wahrscheinlich unbedenklich. Im professionellen Bereich bleiben so sicher Fragen offen.

Und dann ist und bleibt der ganz große Punkt der Saal-Größe. Selbst wenn ich nun sage: Böheimkirchen braucht so etwas wie namhaften oder halbwegs namhaften Kabarettisten nicht. Allein so manche Konzerte unserer Musikschule mit rd. 250 Besucherinnen und Besuchern sprengen die Kapazitäten des neuen Saales.

Damit die nicht unerheblichen Errichtungskosten gerechtfertigt werden können, muss in Hinblick auf die Veranstaltungsebene auch mit einer bestmöglichen Auslastung gerechnet werden können.

Wir verbauen uns mit sehr viel Steuergeld auf Jahrzehnte eine große Chance, wenn wir jetzt - überspitzt gesagt - lediglich für den Bedarf unserer Böheimkirchner Bälle, für Ausstellungen und für Musikschul-Klassenabende den derzeitigen Plan umsetzen."